LEBER- und GALLEN-Gesundheit  Teil 2

Ernährung für die Leber



Heute im zweiten Teil der LEBER- und GALLEN-Gesundheit kommen wir zum Thema Ernährung und was unserer Leber denn gut tut und welche Lebensmittel man eher sparsam verwenden sollte. 


Lasst uns mal schauen:


Bitterstoffe


Bitterstoffe sind eine wahre Wonne für die Leber, und nicht nur für sie, auch ihr Anhängel die Gallenblase und die anderen Verdauungsorgane Magen und Bauchspeicheldrüse und nicht zu letzt auch der Darm profitieren von den Bitterstoffen.  


Nur schade das den wenigsten Menschen BITTER wirklich gut schmeckt. Im übrigen heißt es: Je mehr Abneigung jemand gegen bitteren Geschmack hat, je wichtiger benötigt er die Bitterstoffe. 


Auf jedenfall sorgen sie dafür das die Verdauung viel schneller und reibungsloser verläuft. Schon wenn unsere Zunge mit dem bitteren Geschmack in Berührung kommt beginnen Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse mit der Produktions von Verdauungsenzymen, die unabdingbar sind für eine gute Verdauung. Die Leber wird durch die Bitterstoffe angeregt noch effektiver zu entgiften.


Worin befinden sich Bitterstoffe?

Gemüse/Salate

  • Rosenkohl
  • Grünkohl
  • Brokkolie
  • Gurke (nur die aus biologischen Anbau)
  • Radiccio
  • Chicoree
  • Zuckerhut
  • Artischocke
  • Blumenkohl/Romanesco
  • Rucola

Kräuter/Wildkräuter

  • Löwenzahn
  • Giersch
  • Basilikum
  • Thymian
  • Majoran
  • Rosmarin
  • Heilkräuter

    • Tausendgüldenkraut, Wermut, Angelikawurzel
      Mariendistel, Schafgarbe, Benediktenkraut, Kamille u.a

Obst

  • Zitrusfrüchte (insbesondere Grapefruit,  Pampelmuse und Pomelo

 

Samen/Getreide

  • Sesamsamen (schwarze und helle)
  • Amaranth
  • Hirse

Schisandra-Beeren

 

Diese kleine Beere ist eine chinesische Heilpflanze und wird dort in China auch "Wu Wei Zi"  genannt, die Beere der fünf Geschmäcker. Und damit wären wir schon am wahrscheinlich einzigen Negativpunkt dieser Beere. Ihr Geschmack ist ungewöhnlich: salzig, bitter, sauer, scharf und süß (wobei ich persönlich sagen muss, ich finde dominierend sind der bittere und saure Geschmack und nur ganz am Anfang der scharfe. Zumindest empfinde ich das so. Lecker ist aber wirklich was anderes ;o))

 

Dennoch hat diese Beere eine wahre Wunderwirkung auf die Leber. Sie schützt die Leber,  fördert die Regeneration der Leberzellen, und hilft zusätzlich auch gegen Leberschwäche, fördert daher also auch die Entgiftungsfunktion der Leber.

Zudem haben klinische Studien bestätigt das die Schisandra-Beere bei 76% der Hepatiden (Leberentzündungen) helfen konnte und zwar unabhängig davon ob die Hepatitis durch Viren entstanden ist oder chemisch induziert (z.B. Medikamente, Alkohol) war.

 

Zudem hat sie noch sehr viele weitere positive Gesundheitseigenschaften. Nur um ein paar zu nennen: Sie enthält bestimmte seltene Flavanoide die Fettablagerung aus den Gefäßen abbauen können und schützt daher vor Arteriosklerose, sie wirkt verjüngend, bei Seh- und Hörproblemen, Müdigkeit, Gedächtnissschwäche und vielem mehr....

Wie nehme ich die Schisandra-Beere zu mir?


Für gewöhnlich werden die getrockneten Früchte gekaut. Ein Mensch kann pro Kilo Körpergewicht eine Beere essen, das heißt das eine Person von 50 kg bis zu 50 getrocknete Beeren am Tag essen könnte. Aber Achtung, langsam steigern, denn bei zu hoher Menge kann Sodbrennen auftreten.


Morgens und abends ein kleinen Teelöffel voll Beeren kauen. Mit der Zeit steigern. Die Wirkung bemerkt man oft nach einigen Wochen. Eine 100 Tage - Kur mit der Schisandra-Beere ist ideal. Es gibt aber keine Zeitbeschränkung für sie. 


Mein Tipp: Direkt nach oder zu dem Verzehr der Schisandra-Beere einige Maulbeeren kauen. Die sind honigsüß und mildern etwas den strengen und ungewöhnlichen Geschmack der Schisandra-Beere ab, zudem spenden sie zeitgleich auch noch wichtige Vitamine, Mineralstoffe etc...


Für die jenigen die die Beeren nicht kauen mögen. Man kann sie auch als Tee anwenden. Hierzu nimmt man einen bis zwei Teelöffel Schisandra-Beeren (am besten in einem Teesieb oder Tee-Ei) und übergießt diese mit kochendem Wasser. 10 Minuten ziehen lassen und von dem Tee 2 bis 3 Tasse am Tag trinken. Hier zu kann ich leider keine eigene Erfahrung angeben, da ich die Beere als Tee noch nicht probiert habe.

Kokosöl


Gerade Menschen die schon Probleme im Leber- Gallenbereich haben wird eine generell fettarme Ernährung empfohlen. Es gibt aber ein Öl welches auch bei Leber- und Gallenerkrankungen gut verträglich ist und das ist das wunderbare Kokosöl, das noch viel weitere wundervolle Eigenschaften für die Gesundheit hat, siehe hier


Kokosöl ist wasserlöslich und leicht verdaulich und so nicht auf die Hilfe der Gallensäuren angewiesen. Zudem kommt sie ohne Umwege über das Lymphsystem die die anderen Öle nehmen müssen, direkt über den Darm zur Leber. 


Auch das Kokosöl unterstützt die Leber in ihrer Entgiftungsfunktion.  Übrigens kann das Kokosöl in der kalten und warmen Küche verwendet werden, denn es hat ein sehr hohen Rauchpunkt der bei 234 Grad liegt. Kokosöl gibt es auch ohne den typischen Kokosgeschmack (es ist dann desodoriert). 


Andere pflanzliche Öle sind auch in geringen Mengen empfehlenwert, hier aber eher für die kalte Küche und zwar: Hanf-, Walnuss- und Leinsamenöl.

Welche Lebensmittel tun der Leber nicht so gut?



Tierische Fette und Eiweiße in Maßen zu sich nehmen. 

  • mageres Geflügelfleisch 
  • magerer Fisch
  • Eier (Achtung: Eier können bei Gallensteinen Probleme machen)

Zu vermeiden sind:

  • Schweinefleisch
  • fettige Fischarten


Transfette


das sind in der Fabrik verarbeitete, gehärtete Fette, die nicht nur für die Leber eine große Belastung darstellen, sondern auch expizit für unser Herz-Kreislauf-System und andere Organe.



Isolierte Zucker


und daraus hergestellte Nahrungsmittel. Gemeint ist hier der chemisch, industriell gefertigten, raffinierten Zucker, welcher in unzähligen Lebensmitteln zu finden ist. (Guck im Supermarkt mal auf die Lebensmittel die du kaufst, wenn unter den ersten drei Zutaten ZUCKER steht, solltest du das Produkt eigentlich gleich stehen lassen, ganz gleich was es ist).


Auch zu den isolierten Zuckern gehört der Fruchtzucker. Auch Fruktose genannt.


Hier ist ebenfalls vorrangig der industriell hergestellte Fruchtzucker gemeint der auch als High-Corn-Fructose-Sirup bekannt ist. Diese Art von Fruchtzucker befindet sich sehr vielen Lebensmittel-Fertigprodukten (ein weiterer Grund diese nicht mehr zu kaufen und konsumieren, sondern lieber selbst und frisch zu kochen), besonders auch in Süßigkeiten wie Schokoladen, Joghurts (ja Joghurt ist eine Süßigkeit, falls du dich jetzt wunderst warum ich die bei Süßigkeiten aufzähle ;o))  oder  Müsliriegeln findet man sie sehr häufig. 


Und auch der in der veganen Szene so oft angepriesene Agavensirup ist eigentlich nicht zu empfehlen denn er besteht aus nahezu 70% Fruchtzucker, auch wenn er als "natürliches Produkt" verkauft wird.


Dieser Fruchtzucker belastet die Leber (und auch den sämtlichen Körper) enorm. Er wird vom Körper nur minimal resorbiert (max. 10%), der Rest muss von der Leber eliminiert werden. Eine Folge von zu hoher Fruchtzuckeraufnahme kann eine (nicht-alkoholbedingte) Fettleber, mit weitergehenden zum Teil schweren Lebererkrankungen sein.


Fruchtzucker aus Obst ist natürlich nicht so ungesund, dennoch sollte man es mit seinem Obstkonsum auch nicht übertreiben. Am besten ist es Obst (möglichst morgens, bis max. 14 Uhr, danach erschwert es die Arbeit des Leberstoffwechsels)  auf nüchternen Magen zu essen, gut auch in Kombination mit grünem Blattgrün als grüner Smoothie, der so dank der darin enthaltenen Ballastoffe die negative Seite des Fruchtzuckers etwas abmildern kann. (Dies entfällt aber z.B. auch beim grünen Saft, da dieser ja keine Ballastoffe mehr enthält).


Ebenso sollten Trockenfrüchte auch nur in (geringen) Maßen gegessen werden, sie enthalten zwar auch genau wie das frische Obst viele wichtige Mineralien und Vitamine und andere positive Inhaltstoffe und sind daher industriell gefertigten Süßigkeiten vorzuziehen, aber eben auch nicht im Übermaß.


Genau wie isolierte Zucker, sollte man  bei Leberproblemen (auch um diese zu vermeiden) seine Kohlenhydratzufuhr allgemein etwas vermindern, besonders abends.  Denn auch weißes und frisch gebackenes Brot sind für die Leber nicht sonderlich gut verträglich.


Generell ist von einer zu späten Nahrungsaufnahme abzuraten, denn diese belastet nicht nur den Leberstoffwechsel, sondern stört auch unsere Zellteilung - und Regeneration, denn in der Nacht sorgt eigentlich der Körper dafür das unsere Zellen geteilt, erneuert und regeneriert werden. Wenn der Körper aber mit  derVerdauung beschäftigt ist, wird die Zellteilung auf "später" verschoben, was für unserer allgemeinen Gesundheit nicht gut tut.

Ich hoffe ich konnte euch ein paar wertvolle Tipps für die ernährungstechnische Unterstützung der Leber geben.

Auch wenn man nicht sofort alles gleich umsetzen kann, so ist es dennoch gut zu wissen, was man nach und nach verändern kann. 


Wie sieht es bei dir aus? Tust du deiner Leber gutes? Und was möchtest du gern noch ändern? Schreib mir gern dazu ein Kommentar :o)

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