LEBER- und GALLENBLASEN-Gesundheit   Teil 1

Wie gut kennst du deine Entgiftungsfabrik?

 Nach dem Monat Januar wo das Thema HERZ-Gesundheit war folgt jetzt der März mit der LEBER-Gesundheit. 


Wie gut kennt ihr eure rotbräunliche Entgiftungsfabrik die die größte Anhangsdrüse unseres Darms ist und gleichzeitig auch die größte exokrine Drüse unseres Körpers deren Gewicht zwischen 1,5 und 2 kg beträgt?

 

Ihr Aufbau ist ziemlich kompliziert und dennoch denke ich ist es hoch interessant sich einmal zu informieren was für eine Wahnsinnsleistung unsere Leber jeden Tag erledigt.

  • Die Leber liegt rechten Oberbauch, direkt unter unserem Zwerchfell mit dem sie teilweise verwachsen ist. Seitlich verläuft der untere Leberrand mit dem Rippenbogen.
  • Die Leber ist in zwei Lappen eingeteilt. Der linke größere Lappen der bis über die Mittellinie hinaus in den linken Oberbauch ragt und der kleinere rechte Lappen. Getrennt werden die beiden durch ein sichelförmiges Leberband.
  • Betrachtet man die Leber von unten so erkennt man noch zwei kleine Lappen. Zwischen diesen beiden befindet sich die Leberpforte. Die Leberpforte ist Eingang für die Leberarterie und Pfortader und Ausgang für  die beiden Lebergallengänge, Lymphgefäße und Nerven.
  • Die Leber ist von außen von einer bindegewebsartigen Kapsel überzogen und diese ist zudem fast komplett vom Bauchfell überzogen.
  • Im übrigen kann die Leber selbst keinen Schmerz empfinden. In der chinesischen Medizin (und wohl mittlerweile auch in der europäischen Medizin) sagt man aber das die "Müdigkeit der Schmerz der Leber" ist.
  • 75 % ihres Blutes erhält die Leber durch die Pfortader. Diese sammelt das nährstoffreiche, aber sauerstoffarme Blut der unpaarigen Bauchorgane. Nach Eintritt in die Leber spaltet sich die Pfortader in viele kleine Äste auf. Zusätzlich zu in dem Darm aufgenommen Nährstoffen enthält das Blut auch Abbauprodukte aus der Milz,  Hormone der Bauchspeicheldrüse und auch z.B. Alkohol (der zum größten Teil ja eigentlich schon von der Magenschleimhaut resorbiert wurde).
  • Der Feinbau der Leber ist ziemlich kompliziert. Die Leber besteht aus einer riesigen Anzahl von Leberläppchen, welche jeweils nur etwa 1,5 mm groß sind. Sie sehen wie sechseckige Waben aus. In den Ecken dieser Waben befinden sich die Glissonsche Trias, in denen sich jeweils ein feiner Ast der Pfortader und ein feiner Ast der Leberarterie befinden die nährstoffreiches (Pfortader) und sauerstoffreiches (Leberarterie) zu je drei Leberläppchen bringen.Zudem befindet sich in den Glissonschen Trias auch ein feiner Gallengang, welcher die Galle aus der Leber sammelt und in Richtung Gallenblase abtransportiert.
  • Im inneren der Leberläppchen befinden sich die Leberzellbalken, sie bestehen aus den Leberzellen, der eigentlichen Stoffwechselfabrik. 
  • Innerhalb der Leber werden Kohlenhydrate (Zucker) in Form von Glykogen gespeichert und bei Bedarf (wenn der Blutzuckerspiegel sinkt) als Traubenzucker wieder abgegeben
  • Außerdem können die Leberzellen Zucker in Fett umwandeln und Eiweiße in Zucker. 
  • Aus Aminosäuren (Eiweißbausteinen) baut die Leber körpereigene wichtige Eiweiße auf, wie z.B. das C-reaktive Protein (CRP,) welches eine wichtige Rolle bei Entzündungen im Körper spielt oder die Gerinnungsfaktoren, die das Blut bei Verletzungen gerinnen lassen. Ebenso Eiweiße die befähigt sind Fette, Hormone oder andere Stoffe durch unser Blut zu transportieren und an den Ort zu bringen wo sie benötigt oder ausgeschieden werden müssen.
  • Die Leber speichert ebenfalls Vitamin A, D und E, Vitamin B12 und Folsäure. Und auch die Metalle Kupfer und Eisen. Beide letztere können bei bestimmten Erkrankungen wie Morbus Wilson und Hämochromatose zu einer Leberzirrhose führen.
  • Die Hohlräume zwischen den Leberzellbalken werden Sinusoide genannt. Hier fließt das arterielle Blut der Leber gemischt mit dem venösen Blut der Pfortader.
  • In der Mitte der Leberläppchen fließen die Sinusoide zur Zentralvene zusammen und transportieren hierüber nun das Blut in die Lebervene und schließlich in die untere Hohlvene (die irgendwann im rechten Herzen endet)
  • Die Wand der Leberzellen grenzen nicht direkt an den Sinusoiden. Zwischen ihnen ist ein Spalt frei der Disse-Raum genannt wird. Hier befinden sich Endothel und Kupffer- Stern-Zellen, sie gehören dem Abwehrsystem an und können Bakterien, Fremdstoffe und Zelltrümmer aufnehmen und eliminieren. Hier findet auch die Entgiftung des Blutes statt.
  • Die Leber entgiftet von Alkohol, Medikamenten, Steroidhormonen und auch von den höchst gefährlichen Nervengift Ammoniak der beim Abbau von mit der Nahrung aufgenommenen (besonders tierischen) Eiweißen entsteht. Die Leber baut Ammoniak und andere stickstoffhaltige Stoffwechselendprodukte zu dem ungiftigen Harnstoff um, welcher schließlich über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden wird
  • In der Leber existiert neben diesem Kapillarsystem noch das der Gallenkapillaren. Sie laufen den Lebersinusoiden entgegen. In ihrem weiteren Verlauf vereinigen sie sich immer mehr, bis schließlich nur noch ein Hauptast aus dem rechten und linken Leberlappen austritt. Dieses sind die beiden Hauptgallengänge, die sich außerhalb zu einem gemeinsamen Lebergallengang vereinigen.
  • Pro Tag werden in der Leber kontinuierlich etwa 0,5   bis 1 Liter gelbbraune Gallenflüssigkeit gebildet. Sie fließt (bei Bedarf, z.B. wenn fettige Speisen gegessen wurden) über den Gallengang in den Zwölffingerdarm. Wenn keine Gallenflüssigkeit zur Verdauung der Speisen benötigt wird, wird sie so lange in der Gallenblase gespeichert.
  • Die Gallenblase liegt an der Unterseite der Leber und ist mit ihr verwachsen. Sie hat die Form einer Birne.
  • Die Gallenflüssigkeit kann durch spezielle Zellen, die kleine Ausstülpungen (Mikrovilli) besitzen Wasser resorbieren und sich so eindicken.
  • Die Gallenflüssigkeit besteht neben Wasser und Elektrolyten aus Bilirubin (dem Gallenfarbstoff), Gallensäuren, Cholesterin, Lezithin und anderen fettlöslichen auszuscheidenden Substanzen. (Auch Medikamenten). Zusätzlich werden über die Galle auch die Zwischen- und Endprodukte des Leberstoffwechsels sowie etliche Hormone ausgeschieden.
  • Das aus dem Blutabbau (in vorrangig der Milz, aber auch im Knochenmarkt und in der Leber direkt) entstandene Bilirubin ist eigentlich wasserunlöslich und wird im Blut daher nur an Albumin (ein Eiweiß) gekoppelt transportiert. Erreicht es hier so die Leber und wird von den Leberzellen aufgenommen, koppelt sich hier das Bilirubin an die Glukoronsäure wodurch es besser wasserlöslich wird. Anschließend kann es also über den Darm (das indirekte Bilirubin) oder über den Urin (das direkte Bilirubin) abgegeben werden.
  • Die im Darm natürlich vorkommenden Dickdarmbakterien wandeln das Bilirubin hier in Sterko- und Urobilinogen um. Sterkobilin wird mit dem Stuhl ausgeschieden und verleiht ihm seine charakteristische bräunliche Farbe. Dies erklärt auch warum man bestimmte Erkrankungen oder Verdauungsprobleme an einer veränderten Stuhlfarbe erkennen kann. So kann bei einer Blockade der Gallengänge z.B. Gallensteine oder eine Virushepatitis der Stuhl nahelos farblos aussehen.
  • Urobilionogen: Dieses Zwischenprodukt entsteht ebenfalls aus dem Bilirubin im Darm. Es wird zum größten Teil rückresorbiert und damit wieder zurück zur Leber transportiert, wo es weiter abgebaut wird. Das Blut transportiert es zur Niere und hier wird es über den Urin ausgeschieden. Ist der Urin stark dunkel bzw. richtig braun verfärbt (ohne Flüssigkeitsmangel) kann man auch hier von einer Erkrankung der Galle ausgehen.
  • Die Gallensäure ist wichtig für die Fettverdauung. Für die Bildung der Gallensäure ist Cholesterin unverzichtbar. Einerseits wird mit der Ernährung (tierisches) Cholesterin aufgenommen, die Leber stellt aber auch selbst Cholesterin her.
  • Aus Cholesterin wird in der Leber dann die Gallensäure gebildet. Sie sorgt dafür die die Fette emulgiert werden. Das bedeutet das das Cholesterin die Oberflächenspannung zwischen Fetten und Wasser herabsetzt und damit eine sehr feine Verteilung der Fette im Dünndarm entstehen kann. Die Fettpartikel ballen sich im Dünndarm zu  den sogenannten Mizellen zusammen, diese sorgen dafür das die gelösten Fettbestandteile gut von der Darmschleimhaut aufgenommen werden können.
  • Im letzten Abschnitt des Dünndarms werden die Gallensäuren zu etwa 90% rückresorbiert und gelangen mit dem Pfortaderblut wieder zur Leber und werden dort erneut in die Galle abgegeben. Dies nennt sich enterohepatischer . Kreislauf. Er entlastet die Leber, denn dadurch muss sie nur wenig neue Gallensäuren herstellen.

Und was meint ihr? Faszinierend oder? Was unsere Leber alles kann. Und wie viel sie doch so wegsteckt, bzw. wegstecken muss. Im Grunde ist die Leber sehr regenerationsfreudig, aber auch nur wenn man sie nicht zu sehr belastet...z.B. chronischer Alkohol- oder Tablettenkonsum fördert nicht gerade ihre Gesundheit, aber das versteht sich ja von selbst. Und auch einige (negative) Emotionen hängen mit ihr zusammen, aber dazu kommen wir später in einem neuen Teil.

Quellen:

Naturheilpraxis Heute von Elvira Bierbach

Der Körper des Menschen von Adolf Faller/Michael Schünke

Amara-Heilpraktikerschulen Skript von Detlef Keßler

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