Interview mit Lisa von Rohtopia

Ab heute startet hier auf meiner Seite eine neue Rubrik mit dem Titel "AUSGEFRAGT".


Hier stelle ich Interviews mit Menschen ein die mich persönlich inspiriert haben.

Mal sehen in welche Richtung es sich noch so entwickelt und wer mir in Zukunft Rede und Antwort steht ;o)


Den Anfang macht auf jedenfall die supersympathische Lisa von Rohtopia und ich freue mich sehr das ich sie ausfragen durfte.


Jen:

Hallo liebe Lisa, ich habe dich ja vor etwa zwei Jahren auf Youtube entdeckt und war sofort ganz angetan von deiner erfrischenden Art und deinem Kanal "Rohtopia". Und ich muss sagen du bist eine derjenigen die mich sehr inspiriert bzw. motiviert haben da weiter zu machen (bei der Rohkost) wo ich schon angefangen hatte, aber zu dem Zeitpunkt selbst noch recht unsicher war.

Nun, Rohtopia ist ja aber weit aus mehr als nur Rohkostrezepte. Magst du uns etwas mehr über Rohtopia erzählen? Wie lange gibt es Rohtopia schon? Und wie bist du auf den Namen gekommen?


Lisa:

Rohtopia gibt es offiziell seit dem 11.11.2011 :) an dem Tag ging die Website live, davor hatte ich aber schon einige Zeit Videos auf Youtube veröffentlicht.

Der Name besteht aus zwei Teilen:

ROH - das steht für Rohkost und gleichzeitig für Real Organic Health

TOPIA- von Utopia, einer idealen Welt die erst erschaffen wird, und genau das war die Idee dahinter.

Heute ist ROHTOPIA die größte zweisprachige Plattform zum Thema Gesundheitliches Wohlfühlen mit dem Ziel, so viele Menschen wie möglich zu inspirieren und ihr persönliches Wohlfühlen zu gestalten und bietet dafür wöchentlich neue Rohkostrezepte http://www.rohtopia.com/rezepte-index/ , natürliche Beauty und Pflege, Lifestyle Artikel sowie Tipps zur Persönlichkeitsentfaltung.



 

Jen: Wie sah denn dein Leben eigentlich VOR Rohtopia aus? Wie kam es zu Rohtopia und wie weit hat sich dein Leben seitdem verändert?


Lisa: Vor ROHTOPIA war ich erst in Österreich und dann in Australien als Flugverkehrsleiterin (Fluglotse) angestellt.

Als ich mich 2009 durch eine 35 Tage Saftkur von Allergien befreite und begann, mich intensiv mit Rohkost zu beschäftigen, fand ich viel auf Englisch, aber wenig auf Deutsch, vor allem kaum Videos. Daher fing ich an selbst Videos www.youtube.com/rohtopia online zu stellen um meine Begeisterung zu teilen und mehr Menschen mit Rohkost bekannt zu machen.

2011 entschloss ich mich den Sprung zu wagen und mich mit den Dingen zu beschäftigen die ich am liebsten tat: Yoga, Rohkost und Freitauchen.

Der größte Unterschied ist dass ich eher mehr arbeite als früher, dies aber überall tun kann und nicht ein einziges Mal auf die Uhr geschaut habe, wann endlich "Büroschluss" ist.

Das heißt nicht, dass immer alles einfach und bequem ist; ich exponiere mich und riskiere Kritik während ich in meinem ehemaligen Beruf meine Kollegen und meine Aufgaben kannte, ich funkte mit Piloten und passte darauf auf das sie nicht zusammenstoßen ;o) da gab es natürlich auch immer wieder neue Situationen, aber heute lerne ich eigentlich täglich dazu und begebe mich dabei sehr oft aus meiner Komfortzone oder entdecke Zweifel und innere Blockaden wie "Bist du dafür denn gut genug? Dein Englisch klingt wie Arnold....das sieht doch keiner an...." welche bestimmt auch schon vorher da waren, aber eben nie wirklich präsent. Über diese Hürde zu kommen ist allerdings unglaublich erfüllend und absolut wert, ebenso wie das tolle Feedback meiner Fans, Leser und Zuseher



Jen:

Du bist auch Yogalehrerin. Wie kamst du zum Yoga und praktizierst du noch andere Entspannungsmethoden? (ich frage daher auch gerade danach, weil ich persönlich Qi-Gong praktiziere, aber mir auffällt das es die Mehrheit anscheinend zum Yoga hinzieht)


Lisa:

Yoga habe ich das erste Mal 2001 in Thailand ausprobiert und seitdem nie damit aufgehört. Es gab zwar Phasen mit wenig Yoga auf der Matte, die richtige Einstellung zu haben versuche ich allerdings jeden Tag.


Die richtige Einstellung: Yoga bedeutet in Sanskrit ja "Zusammenbinden" , und meint damit das Vereinen von Körper und Geist. Die Übungen (Asanas) die Du auf der Yogamatte machst, sind dabei nur einer von 8 Teilen aus denen Yoga besteht (http://de.wikipedia.org/wiki/Yogasutra#Die_acht_Glieder_des_Yoga) 


Die anderen 7 Teile sind:


Yamas - Deine Ethik und Moral: Gewaltlosigkeit (in Worten, Taten und Gedanken, andere und dir selbst gegenüber, darum sind viele Yogis auch Vegetarier: Ahimsa), Wahrhaftigkeit (also nicht lügen: Satya), Nicht-Stehlen (weder Objekte noch intelektuelles Gut, also z.B. Abschreiben: Asteya), Bewegung auf das Wesentliche hin (oft auch als sexuelle Enthaltsamkeit interpretiert: Brahmacarya), Nicht-Ergreifen (andere nicht auszunutzen: Aparigraha)


Niyamas - der Umgang mit Dir selbst, Deine Selbstdisziplin: Reinheit (Sauca), Zufriedenheit (Sanstosha), Anstrengung (Tapas), Selbststudium (Svadhyaya), Hingabe (Ishvarapranidhana)


Pranayama - die Kontrolle des Atems


Pratyahara - das Beherrschen deiner Sinne


Dharana - Konzentration


Dhyana - Meditation


Samadhi - innere Freiheit, Verschmelzung, der Zustand auf den Yogis hinarbeiten, wenn Körper und Geist eins sind, oft auch als Erleuchtung bezeichnet.

Alle anderen oben genannten Teile sind die Vorbereitung darauf.


Wir sind oft sehr auf die Asanas fixiert, und vergessen dabei ganz die restlichen 7 Teile, oder wissen gar nicht darum da sie in der Yogastunde die wir besuchen, oder in den Yogavideos die wir uns ansehen, nie erwähnt werden.


Ich empfehle allen, die Yoga praktizieren, dabei allen 8 Teilen Aufmerksamkeit zu schenken. Das kannst du schon während einer Yogastunde tun, z.B. 

Ahimsa - dehne Deinen Körper nicht weiter als es an einem Tag möglich ist, und mache Dich nicht innerlich dafür fertig dass du noch immer nicht mit den Fingern bis zu den Zehen kommst.

Pratyahara - beherrsche deine Sinne, schaue nicht links und rechts was andere tun, sondern

Dharana - richte Deinen Blick auf einen Punkt

Pranayama - atme während durchgehend gleichmäßig, durch die Nase und konzentriere Dich auf Deinen Atem. Außerdem kannst Du am Ende der Yogastunde auch noch einige Minuten die eine oder andere Pranayama Übung machen und als Abschluss

Dhyana - meditieren: Einfach mit geradem Rücken sitzen und wieder auf die Atmung konzentrieren. Wenn du merkst das die Gedanken wandern, komme wieder zum Atem zurück.


(Möglicherweise wäre Qigong populärer wenn die Lehrer auch so bunte Outfits hätten wie Yogis und sich ähnlich zu Brezeln verbiegen würden, auf den Händen balancierend versteht sich :))



Jen:

Gibt es auch noch Sportarten die du regelmäßig machst um dich fit zu halten?


Lisa:

Ja, ich LIEBE Hiit - High-intensity intervall training. Es ist super effektiv und effizient, Du bist in einer viertel Stunde schweißüberströmt und dann ist es auch schon erledigt. Wenn du regelmäßig joggst, wird dir Hiit helfen, schneller zu werden, und wenn DU zum Abnehmen joggst, oder auf dem Crosstrainer strampelst (so wie ich früher), dann erzielst du mit der 3x die Woche 15 Minuten Hiit mehr als 3 mal 1 Stunde joggen.

Außerdem gibt es unendlich viele Übungen für die Du keinerlei Geräte brauchst, Du kannst Hiit also überall ausüben, sogar in einem kleinem Zimmer.



Jen:

Was denkst du wie groß ist die Rolle der Ernährung bei der Gesundheit? Und welche anderen Dinge findest du wichtig für aktuelles Wohlbefinden und dauerhafte Gesundheit?


Lisa:

Jeder ehrliche Fitnesstrainer wird Dir sagen dass dein Erfolg aus 20% Sport und 80% Ernährung besteht. 

Bei Gesundheit im Allgemeinen sehe ich es ähnlich, allerdings hat Deine Geisteshaltung auch noch einen wesentlichen Einfluss. Ich habe bemerkt das es wichtig ist, sich nicht zu sehr zu kasteien, festzunageln oder streng und dogmatisch zu sein, da dies nur zu Unzufriedenheit, Zorn, Verkrampftheit, Ärger und Stress führt. Und Stress ist erwiesenermaßen der Hauptfaktor für den Großteil aller Krankheiten der heutigen Zeit, egal ob durch Stress durch Essen, Arbeit, soziales Umfeld oder Deine Geisteshaltung im Allgemeinen - entspann Dich!



Jen:

Du bist für sehr viele Menschen eine Inspiration. Wer oder was inspiriert dich?


Lisa:

Oh, vielen Dank!! Mich inspirieren ganz viele verschiedene Menschen je nachdem worum es geht. Als ich mich für meinen Marathon vorbereitet habe, las ich Bücher von anderen Läufern, unter anderem Lisa Tamati (Buch: http://bit.ly/LisaTamati). Für Yoga ist es meine Yogalehrerin Carrie-Anne Fields, fürs Leben sind es Freundinnen Evelyn und Katharina die beide ihre Leben großartig meistern, egal was ihnen vor die Nase kommt. Und für ROHTOPIA sind es die Nachrichten mit Feedback die mir geschickt werden - wenn ich lese oder persönlich erzählt bekomme was sich für einen Menschen durch meine Arbeit getan hat, ist das für mich die größte Inspiration.



Jen:

Liest du gern? Und wenn ja, welches ist dein absolutes Lieblingsbuch?


Lisa:

Bücher liebe ich, mein neuester Liebling ist The War of Art von Steven Pressfield




Jen:

Beschreib uns doch mal einen Tag von dir? Was du so machst, bzw. wie er abläuft! 


Lisa:

Mein Tag beginnt mit ein paar Atemübungen und einem großen Glas Wasser, meist mit Zitronen- oder Limettensaft. 

Danach setze ich mich entweder an den Computer und arbeite an Rohtopia oder gehe freitauchen. 
Wenn ich am Computer gearbeitet habe, mache ich nach ein paar Stunden gerne eine Runde Hiit oder etwas Yoga. 
Als nächstes kommt oft ein grüner Smoothie oder ein großer Salat. 
Wenn ich freitauchen war, arbeite ich am Nachmittag an Rohtopia.
Und abends verbringe ich die Zeit dann gerne mit meinem Freund oder bereite Dinge für den nächsten Tag vor. 




Jen:

Ißt du zu 100% roh oder machst du auch gekochte Ausnahmen?


Lisa:

Ich esse phasenweise 100% roh - wenn es mir besonders gut geht, werde ich gern "schlampig" und esse weniger frisch, sobald ich dann merke dass es mir nicht mehr so gut geht, ich weniger energiegeladen bin, integriere ich wieder mehr Rohkost. 

Jen:

Welches ist dein absolutes Lieblingsessen? (roh/gekocht)


Lisa:

Mango, Himbeeren, Koriander, frische Kokosnüsse




Jen:

Was bevorzugst du? Grüne Smoothies oder grüne Säfte? Und verrätst du uns dein Lieblingsrezept?


Lisa:

Grüne Smoothies. Eines meiner liebsten Rezepte ist 1 Mango, 1 Bund Koriander, Kokoswasser einer jungen Kokosnuss




Jen:

 Du hast so eine wunderschöne strahlende Erscheinung, verrätst du uns dein Beauty-Geheimnis?


Lisa:
Zu tun was Du liebst. Wasser trinken. Genug schlafen. Frische Luft.  



Jen:
Jeder Mensch hat ein Laster....so sagt man. Auch die Rohköstler/Gesundheitsbewußten?! Verrätst du uns ob du noch ein Laster hast und welches das ist?

Lisa:
Ich habe sogar mehr als ein Laster - mein größtes ist wohl, mir mehr vorzunehmen als ich schaffe und mich dann ordentlich zu ärgern.   



Jen:
Was bedeutet für dich persönlich Glück? Was macht dich glücklich?

Lisa:
Gesund zu sein, mich selbst zu lieben, und gute Freunde um mich haben.



Jen:

Hast du noch einen großen Wunsch den du dir im Leben auf jedenfall noch erfüllen möchtest?


Lisa:

Einer meiner Wünsche ist, den Pazifik auf einem Segelboot zu überqueren!




Jen:

Zum Abschluss: Hast du ein Lieblingszitat (oder ein persönlichen Leitsatz) das du uns gern mit auf den Weg geben möchtest? 


Lisa:

In the end, it's all good. If it's not good, it's not the end.




Jen:

Liebe Lisa, ich habe heute wieder einiges gelernt (vor allem über Yoga!) und freue mich das ich dich ausfragen durfte. Herzlichen Dank dir dafür. 


Lisa:

Liebe Jen, vielen herzlichen Dank für Deine Fragen!



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