HERZ-Gesundheit   Teil 4

Herz-Ernährung und welche Sachen man lieber von seinem Speiseplan streichen sollte

Es gibt wohl kaum ein Thema zu dem es so viele verschiedene Meinungen, Einstellungen und Behauptungen (in alle Richtungen!) gibt wie bei dem Thema Ernährung! Es gibt sehr, sehr viele verschiedene Ernährungsarten- und konzepte und jede behauptet "die Beste" und "gesündeste" zu sein. Da ist es gar nicht so einfach den Überblick zu behalten und rauszufinden "Was ist denn nun wirklich gesund?"  und  "Welche ist wirklich die beste Ernährung für meinen Körper?"  

Ich denke es passt nicht jede Ernährung zu jedem Menschen und deshalb ist es auch gut und hat wohl seine Berechtigung das es so viele verschiedene Ernährungsarten gibt. Aber hier soll es heute nicht um die verschiedenen Arten gehen sondern eher darum welche Ernährung gut für das Herz ist....und auch da gibt es mehrere Meinungen....schauen wir mal.....


Die Mittelmeerkost


gilt als klassische Kost gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hier zu gibt es schon einige medizinische Studien die belegen das die Menschen in den südlichen Ländern weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden als wir z.B. Nordeuropäer. Zudem haben sie einen tendenziell höhere Lebenserwartung. Woraus besteht die klassische Mittelmeerkost?



  • Olivenöl und Oliven
  • Fischgerichte
  • Gemüsegerichte mit Paprika, Tomaten, Zucchini, Auberginen,...
  • Mediterrane Kräuter wie Basilikum, Thymian, Rosmarin, Oregano,...
  • Knoblauch und andere Lauchgewächse
  • Nudelgerichte und helles Brot
  • regelmäßiger Rotweingenuss (in Maßen)

Ob die (Herz)Gesundheit der Mittelmeerbewohner nur auf die Ernährung zurückzuführen ist bleibt fraglich. Leben die Menschen dort auch ein ganz anderen Lebensstil, entspannter, gemütlicher, sie haben mehr Sonne (die ausgeglichener macht und inzwischen ist ja auch erwiesen das das "Sonnenhormon" Vitamin D3 gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirkt und die Südländer haben einfach viel mehr Sonne als wir hier z.B. in Deutschland.) und ich denke das trägt einen großen Teil bei. Auffallend ist aber das der Fleischkonsum in südlichen Ländern geringer ist und mehr Wert auf Fischgerichte gelegt wird die die überaus wichtige mehrfach ungesättigte Fettsäure Omega 3 besitzt die für eine gute Herzgesundheit unabdingbar ist. Allerdings hat auch der Fischkonsum ein Haken, denn heutzutage sind die Fische durch die immer schlimmer werdende Verschutzung der Gewässer  mit vielen Schadstoffen belastet, allen voran Schwermetallen, und die, das ist ja inzwischen sehr bekannt belasten den Körper und können zu vielen weiteren Erkrankungen führen. Bleibt also ebenfalls fraglich ob Fisch wirklich so gesund für die Herzgesundheit des Menschen ist, oder es nicht doch an anderen (Ernährungs)Faktoren liegt. 

Glyx-Diät


Experten raten bei Herzproblemen ebenfalls zur Glyxdiät. Der glykämische Index gibt an wie stark und wie schnell die Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel nach dem Essen in die Höhe steigen lassen. Dies hängt unter anderem damit zusammen das z.B. ein Diabetes der ja häufig als bekannter "Altersdiabetes" sich durch falsche, zu kohlenhydrat- bzw. zuckerreiche Ernährung einstellt, die Gefahr für z.B. ein Herzinfarkt erhöht. Deshalb legt die Glyx-Diät Wert auf z.B. Vollkornprodukte (der Blutzuckerspiegel schießt hierbei nicht schlagartig in die Höhe wie nach Weißmehlkonsum) , Hülsenfrüchten (die zu den Kohlenhydraten auch noch Ballasstoffe besitzen) und Gemüse und Obst (letzteres in Maßen und auch nicht zu süße Früchte, denn zuviel Fruchtzucker schadet ebenfalls den Gefäßen). 

Fisch, Geflügel und Eier werden bei dieser Diät  zweimal wöchentlich empfohlen, Milchprodukte sogar zweimal täglich. 

Da ich zum Thema Milch eine ganz eigene Meinung haben und diese nicht empfehle, werde ich darüber in einem anderen Artikel berichten. 

Dash-Diät


Hierbei raten Experten zu wenig Salz, wenig Fett und wenig Süßigkeiten. Der Hauptgrund besteht darin das ein wesentlicher Faktor für die Entstehung der Herz-Kreislauf-Erkrankungen der Bluthochdruck spielt und dieser durch zu hohen Salzkonsum (besonders durch typisches Kochsalz) gefördert wird. Hier wird also so wenig wie möglich gesalzen und es sind pro Tag auch nur zwei Teelöffel Fett erlaubt. Der Genuss von Süßigkeiten und anderen Knabbereien (besonders Salzgebäck) wird auf ein Minimum reduziert.

Studien bewiesen inzwischen das die Dash-Diät den Blutdruck nachweislich senken konnte und sie sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirkte. 

Die vegane Ernährung

Die vegane Ernährung, das bedeutet der Verzicht auf jegliche tierische Produkte, wird inzwischen immer bekannter. Der bekannte Arzt Dr. Rüdiger Dahlke schreibt in seinem Buch "Peacefood" nicht nur darüber wie die vegane Ernährung das Herz schützen kann,  sondern auch vor vielen weiteren Erkrankungen.

Aber auch bei der veganen Ernährung kann es "Schattenseiten" geben. Z.B. reicht es nicht einfach auf tierisches zu verzichten. Wenn man sonst nichts ändert und z.B. weiter viel Weißmehl und Zucker konsumiert hilft das dem Herzen leider überhaupt nicht. Daher sollte bei einer veganen Ernährung entweder der Fokus auf Vollwertkost und/oder vermehrte Rohkost gelegt werden.

Das war nur ein kleiner Einblick in ein paar Ernährungsarten die für das Herz gut sein sollen. Wie schon erwähnt, es gibt noch viel mehr Theorien. Hier möchte ich nun noch einfach kurz und knapp zusammen fassen, was nun an Lebensmitteln GUT fürs Herz ist und was weniger. So bleibt jedem überlassen sich seine eigene Ernährung für seine Herzgesundheit ein wenig selbst zusammen zu stellen.

Was ist gut für das Herz?

  • Obst und Gemüse. Obst und besonders Gemüse sind nicht nur höchst basisch und unterstützen den Körper da in seinem guten Säure-Basen-Haushalt (denn z.B. ein Herzinfarkt ist oft Endstation einer chronischen Übersäuerung) sondern besitzen viele Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe die für eine gute Gesundheit und natürlich das Herz unabdingbar sind. Genauso wie Antioxidantien z.B. in Blaubeeren oder Aronia-Beeren, die ebenfalls sehr wichtig für eine gute Herzgesundheit sind.
    Lauchgewächse wie Knoblauch, Schnittlauch, Bärlauch, Zwiebeln unterstützen die Herzgesundheit in dem sie den Blutdruck (und zum Teil erhöhtes Cholesterin) senken. Gerade der Knoblauch kann ebenfalls erhöhte Blutfettwerte senken und sorgt für eine gute Fließeigenschaft unseres Blutes. 
    Rohes Gemüse und Obst ist dem gekochten vorzuziehen da es fast alle in ihm enthaltenen Nährstoffe noch besitzt. Gedünstetes oder gedämpftes Gemüse ist aber natürlich alle Mal besser als eine Tüte frittierte Pommes!
  • Lebensmittel mit einem hohen Magnesiumgehalt wie Vollkorngetreide, Haferflocken, Sesamsamen und Sonneblumenkerne, Bohnen und grünes Gemüse (Blattgrün!) und Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Kalium wie Trockenfrüchte, Bananen, Avocado, Grünkohl, Pilze und ebenfalls Nüsse und Samen sind für einen gesunden, harmonischen Herzrhythmus unverzichtbar. Fehlen diese wichtigen Mineralien kommt es unweigerlich zu diversen Herzrhythmusstörungen, die sowohl leicht bis auch sehr stark und lebensgefährlich ausfallen können.
  • Gesunde Öle wie natives, kaltgepresstes Kokosöl (siehe hierzu auch meinen Artikel zu dem Thema Kokosöl) welches man auch gut für die heiße Küche verwenden kann da es ein hohen Rauchpunkt hat, als auch Walnuss-Lein- und Hanföl  (für die kalte Küche) sind dank Omega 3 Fettsäuren für die Herzgesundheit sehr empfehlenswert.
  • Tee fürs Herz. Hier empfiehlt sich besonders der Weißdorn-Tee. Er verbessert die Durchblutung des Herzmuskels, reguliert sowohl zu hohen als auch zu niedrigen Blutdruck und wirkt gegen Stress jeglicher Art. Dies macht ihn zu einem Allrounder beim Thema Herz, denn er kann sowohl bei psychosomatischen Herzbeschwerden getrunken werden als auch bei beginnender Herzinsuffizienz oder den typischen Alters-Herz-Beschwerden. Und da wäre dann noch der Herzgespannkraut-Tee

Auch er verbessert die Durchblutung des Herzmuskels, sorgt für einen gleichmäßigen Herzschlag und senkt so auch zu hohen Blutdruck. Ebenso wirkt er aber auch gegen verdauungsbedingte Herzbeschwerden (Roemheld-Syndrom), wobei starke Blähungen das Zwerchfell nach oben drücken so das dies das Herz einengt und zu den typischen Symptomen führt. Seine in ihm enthaltenen Bitterstoffe schaffen hierbei Abhilfe. Dies bedeutet auch (was ich oben hätte noch hinzufügen können das ebenfalls Gemüse mit Bitterstoffen wie Chicoree, Radiccio oder Artischocke die Herzgesundheit positiv unterstützen)

Was ist weniger gut für das Herz?

  • Tierische Eiweiße und Fette (vor allem im Übermaß). Hier ist besonders von rotem Fleisch (besonders Schweinefleisch, aber auch Rindfleisch) abzuraten. Fleisch und Milchprodukte übersäuern den Organismus und eine Übersäuerung ist nie gut für das Herz (und auch nicht für die anderen Organe).
  • Zucker ist ebenfalls stark übersäuernd. Hier ist besonders der industrielle Zucker gemeint, der in sehr sehr vielen Nahrungsprodukten vorkommt (schaut euch die Zutatenliste an, ist Zucker unter den ersten 3 Stellen solltet ihr das Produkt stehen lassen, denn es bedeutet das es fast komplett nur aus Zucker besteht. Ja und ich weiß wie viel Produkte da weg fallen....angefangen bei Coca Cola über Nutella  und Chips bis hin zu Müsli-Riegeln und Tütensuppen, aber es geht um eure Gesundheit, denkt da immer dran!). Das in der Leber aus Zucker entstehende oxidierte Cholesterin (nicht das natürlich Cholesterin was zum Beispiel von der der Leber selbst gebildet wird oder z.B. mal mit einem Ei aufgenommen wird) setzt sich in den Gefäßen ab und führt so mit zu den gefährlichen Plaques.
  • Hauptaggressoren der Gefäßverkalkung die zum Herzinfarkt (oder auch Schlaganfall etc) führen sind Zucker und Fette. Weißmehl, Haushalts- und Fruchtzucker werden dabei dabei in giftig wirkendes Fett umgebaut. Zu hohe Blutfettwerte zeigen eine Überbelastung des Körpers mit Zucker und Kohlenhydraten an! Hier besteht dringender Handlungsbedarf!
    Transfettsäuren (künstlich gehärtete Fette) sind besonders gefährlich, denn sie sorgen für Arteriosklerose und gefährden so die Herzgesundheit. Auch beim Frittieren und Backen (besonders über 200 Grad) können sich gefährliche Transfettsäuren bilden, von daher sollte man bei der Kochkost, kochen, dämpfen und dünsten vorziehen. 
  • Kochsalz. Das typische billige Kochsalz aus dem Handel ist generell nicht gut oder gesund (da ein Abfallprodukt der Industrie) und daher nicht empfehlenswert, abgesehen davon das es den Blutdruck stark erhöhen kann und damit die Blutgefäße und das Herz belastet. Trotzdem ist Salz in (geringen) Maßen wichtig für den Körper, aber hier sollte auf gutes Salz wie Himalaya-Salz oder Meersalz geachtet werden. 


Abschließend lässt sich sagen das auf jeden Fall LEBENDIGE, farbenfrohe und unverarbeitete (Obst, Gemüse, Sprossen, Samen und Nüsse) Lebensmittel bevorzugt gegessen werden sollten! Das Herz wird IMMER davon profitieren! 


Was sind eure Erfahrungen? Seit ihr noch zuckersüchtig? Oder wollt ihr mir berichten wie ihr euch von der Zucker- und/oder Fettsucht befreit habt. Wie macht sich der Unterschied bemerkbar vom Allesesser zum Veganer? Ich freue mich auf eure Berichte! 

Quellen und weiterführende Literatur:

Zentrum der Gesundheit

Focus Gesundheit - Das Herz

Zucker der heimliche Killer von Dr. med Kurt Mosetter u.a.

http://www.kraeuterweisheiten.de/heilpflanzen-fuer-herz-und-kreislauf4.html

http://www.nestmann.de/PDF/Artikel/KaliumMagnesium.pdf

http://www.peacefood.org/peacefood-das-buch.html


Kommentar schreiben

Kommentare: 0