HERZ-Gesundheit  Teil 2

Endstation Herzinfarkt

In Deutschland erleiden täglich 800 Menschen einen Herzinfarkt. Damit ist er auch Todesursache Nr. 1 in Deutschland.


Viele denken "Naja Herzinfarkt, ich bin ja noch keine 80, das ist ja nur etwas was alte Leute kriegen." Aber das ist leider ein fataler Irrtum. Denn auch immer mehr jüngere Menschen bekommen heutzutage einen Herzinfarkt. Auch Frauen, die früher in der Statistik viel niedriger standen als Männer, haben bis heute aufgeholt.


Hier möchte ich gerne etwas über den Herzinfarkt aufklären!

Was genau ist eigentlich ein Herzinfarkt?


Der Herzinfarkt zeigt den Gewebetod des Herzmuskelgewebes infolge einer Mangeldurchblutung an. Diese entsteht durch den Verschluss einer oder mehrerer Herzkranzgefäße.

Meist befinden sich in den Herzkranzgefäßen schon arteriosklerotische Veränderungen (sogenannte Plaques) diese können zum Angina-Pectoris-Anfall führen und fast die gleichen Symptome wie beim Herzinfarkt verursachen. Verstopft letztendlich noch ein Blutgerinnsel das Herzkranzgefäß schließlich ganz, so kommt es unweigerlich zum Herzinfarkt und damit zu einer akuten lebensbedrohenden Situation. 


Wie unterscheiden sich Angina-Pectoris-Anfälle und ein Herzinfarkt?


Im Grunde genommen sind die Symptome relativ gleich. In den meisten Fällen bekommt die Person typischerweise starke Schmerzen im Brustkorb die mit einem Engegefühl (Angina-Pectoris = Herzenge) einhergehen und den Patienten oft in Todesangst versetzen.

Während nun beim Angina-Pectoris-Anfall die Schmerzen meist nur Sekunden bis wenige Minuten anhalten, halten sich die starken Schmerzen beim Herzinfarkt darüber hinaus.

 Es kommt auch wenn man sich zur Ruhe legt nicht zu einer Verbesserung (im Gegenteil. Viele ehemalige Herzinfarktpatienten beschreiben das sie von starken Schmerzen wach geworden sind oder gar nicht mehr liegen konnten.) Bei jedem Anfall dieser Art ist ein Notarzt zu rufen. Selbst wenn es "nur" ein Angina-Pectoris-Anfall war, so kann der Notarzt, dem Patienten Nitroglyzerin geben. Dieses Medikament erweitert die Blutgefäße und führt somit zu einem Blutdruckabfall und Herzentlastung. (Wichtig ist dennoch hierbei den Blutdruck im Auge zu behalten! Ist er eh schon unter 100/60 mmHG sollte kein Nitro gegeben werden, wenn kein Arzt anwesend ist)  Schlägt das Nitro-Spray auch bei der zweiten Gabe (innerhalb von 5 bis 10 Minuten darf man ein zweiten Hieb nehmen)  nicht an, so liegt mit aller Wahrscheinlichkeit ein Herzinfarkt vor, denn bei diesem wirkt das Nitroglyzerin nicht mehr. Zur Absicherung werden weitere Blut-Schnelltests gemacht, die den Herzinfarkt ziemlich genau und zügig nachweisen können. Oft wird auch gleich vom Notarzt ein EKG gemacht, dieses zeigt allerdings oft erst verspätet den Herzinfarkt an und ist deshalb in der akuten Diagnostik nicht so gut wie die Bluttests die Vorrang haben sollten.

Leider gibt es aber auch die Fälle, wo ein Herzinfarkt sich nicht so deutlich bemerkbar macht.


Zum Beispiel schlagen Frauenherzen oft anders. Während bei den meisten Männern doch typische Schmerzen hinter dem Brustbein auftreten , die länger als 15 Minuten anhalten und oft bis in den linken Arm strahlen und zusammen mit starker Unruhe bis hin zu Todesangst vorkommen , so verhält es sich bei den Frauen und auch bei einem kleinen Anteil der Männer anders.


Bei Frauen fehlen oft die Brustschmerzen komplett, dafür stehen im Vordergrund Symptome wie Schmerzen im Rücken, im Bauch , Übelkeit, Müdigkeit und ggf. Atemprobleme.  Das erklärt vielleicht auch mit warum wesentlich mehr Frauen an dem ersten Herzinfarkt versterben als Männer! 


Aber auch bei Männer kann es unsichere Herzinfarktzeichen geben, diese zeigen sich z.B. an in: Schmerzen im Rücken, Schmerzen im Oberbauch (Hinterwandinfarkt), Kieferschmerzen (bzw. gefühlte Zahnschmerzen!), Schmerzen in der rechten Schulter bzw. rechten Arm. 


Der Blutdruck kann beim Herzinfarkt erhöht oder erniedrigt sein, aber auch ganz normal. Meist besteht eine Tachykardie und der Patient ist aschfahl bis kalkweiß und hat kalten Schweiß (oft über der Oberlippe). Es kann auch zum plötzlichen Kreislaufzusammenbruch mit Bewusstlosigkeit kommen.


Besonders gefährdet sind aber die Diabetiker! Sie haben so oder so ein 4 mal höheres Risiko ein Herzinfarkt zu bekommen als jemand der nicht unter Diabetes leidet, denn der erhöhte Blutzucker zerstört nicht nur die Gefäße und sorgt so dafür das sich noch eher Ablagerungen bilden bzw. Gerinnsel bilden können, sondern zudem zerstört er auch die Nervenzellen im Körper und kann damit zu Schmerzunempfindlich- oder Schmerzlosigkeit führen. Das bedeutet der Diabetiker bekommt einen "stummen" Herzinfarkt. Etwa 60 %  der Menschen die einen Herzinfarkt bekommen sind Diabetiker, und viele davon wissen nicht einmal das sie unter Diabetes leiden. 

Welche Therapien gibt es beim Herzinfarkt?


Im Grunde werden zwei Möglichkeiten unterschieden. 


Es gibt einmal die Lysetherapie, mit welcher schon im Rettungswagen begonnen werden kann. Ziel ist es hier, den Thrombus (Blutgerinnsel) der das entsprechende Gefäß verstopft, aufzulösen und so die Durchblutung wieder herzustellen. Allerdings ist diese Lysetherapie für den Patienten auch nicht ungefährlich , denn es kann zu Blutungen, Embolien, Herzrhytmusstörungen und Überempfindlichkeitsreaktionen kommen. Im Krankenhaus werden die Erstmaßnahmen dann auf der Intensivstation fortgesetzt. Erst nach der Akut-Phase wir hier eine Koronar-Angiographie (Röntgenuntersuchung der Herzkranzgefäße) gemacht, um zu schauen ob die Gefahr eines nachfolgenden Herzinfarktes besteht.


Bei der anderen Möglichkeit wird die Koronar-Angiographie, direkt nach Eintreffen im Krankenhaus gemacht. Es wird ein Röntgenbild von den Koronararterien gemacht, die den Verschluss zeigen. Zeitgleich kann dann mit der Herzkathetheruntersuchung begonnen werden. Hier wird ein Stent mit dem Kathether durch eine Oberschenkelvene hoch bis hin zu dem verschlossenen Herzkranzgefäß geschoben und kann es so wieder frei machen! 

Weitere wichtige Informationen:

  • Wer bereits einmal einen Herzinfarkt hatte, bleibt lebenslang anfällig für einen zweiten!
  • Wer bereits ein Angina-Pectoris-Anfall hatte, sollte sich bewusst sein das das eine Ernst zu nehmende Vorwarnung für einen Herzinfarkt ist. Hier sollte schon gehandelt (statt nur abgewartet) werden.
  • Nochmal: Diabetiker haben ein 4-fach erhöhtes Risiko ein Herzinfarkt zu bekommen!
  • 15-20% der Herzinfarkte verlaufen stumm (besonders bei Diabetikern oder älteren Menschen)
  • Chronischer Bluthochdruck steigert das Herzinfarktrisiko ebenfalls!
  • Das starkes Übergewicht nicht gesund ist fürs Herz wissen ja die meisten inzwischen. Allerdings ist besonders ist aber auf das Bauchfett zu achten! Hier kann auch eine laut BMI normalgewichtige Frau gefährdet sein, wenn sich besonders viele Fettzellen in ihrer Körpermitte angesammelt haben. Bei Frauen besteht ein erhöhtes Risiko wenn ihr Bauchumfang über 80 cm geht (ein erhebliches Risiko wenn der Bauchumfang größer als 88 cm ist). Bei Männern beginnt das Risiko bei einem Bauchumfang über 94 cm und wird dramatisch ab einem Bauchumfang über 102 cm.
  • Achtung: Die langfristige Einnahme von Schmerzmitteln (Coxiben, Ibuprofen, Diclofenac) steigern das Risiko für Herzkreislauferkrankungen (besonders Herzinfarkt) enorm. (Hier ist nicht gemeint wenn man alle Jubeljahre mal eine Schmerztablette nimmt! Dennoch ist es wichtig gerade für Herzpatienten dies zu wissen).
  • Ebenso sollten nach einem frischen Herzinfarkt vorerst keine Schilddrüsenhormone eingenommen werden! 
  • Wenn Herzinfarkte oder andere Gefäßkrankheiten in Familien (gehäuft) auftreten, ist das immer für einen Selbst auch ein Warnsignal, denn dadurch besteht ein erhöhtes Risiko ebenfalls ein Infarkt zu bekommen.
  • Männer haben generell ein erhöhtes Risiko einen Herzinfarkt zu bekommen (aber wie ich oben bereits geschrieben habe, die Frauen haben ordentlich aufgeholt)
  • Ach ja und das Rauchen. Raucher haben ein viel viel höheres Risiko einen Herzinfarkt zu bekommen. Wenn z.B. ein Mann Dauerstreß hat und gleichzeitig raucht,  steigt sein Infarkt-Risiko dabei auf das 10fache an! Ebenso ist es bei einer Frau, die mit über 35 die Anti-Baby-Pille nimmt und gleichzeitig raucht.
  • Der Faktor Stress ist generell nicht zu unterschätzen! (mehr dazu später in einem Folgeartikel)
  • Frauen haben übrigens viel feinere Herzkrankgefäße (hier gestaltet sich die Therapie: Kathether-Untersuchung schwieriger und ist risikoreicher als beim Mann.)
  • Der Herzinfarkt ist oft die Endstation einer chronischen Übersäuerung (mehr dazu in späteren Artikeln)

So, habe ich noch was vergessen? Falls ja, oder ihr noch Fragen habt, hinterlasst mir doch unten einen Kommentar.

 

Abschließend lässt sich für mich nur noch sagen das ich hier auch ein wenig in eigener Sache geschrieben habe.

Mein Vater ist vor einigen Jahren (mit Mitte 50) aus "scheinbar" vollkommener Gesundheit (das das nicht möglich sein konnte, wußte ich spätestens hinterher) am plötzlichen Herztod durch einen Herzinfarkt gestorben. Er konnte die Symptome leider auch nicht interpretieren. Er hatte einfach nur starke "Magenschmerzen" , wie mir seine Freundin später berichtete, die sich sogar nach einer Tasse Tee und einer kleinen Mahlzeit gelegt hatten. Dann ging er schlafen und war wenig später tot. Ich denke es war ein Hinterwandinfarkt, denn der strahlt gerne einfach in den Oberbauch aus und verursacht dort starke Schmerzen.

 

Für mich war übrigens das (und ein auffälliges Zeichen in meiner Iris bei der Augendiagnose) der Grund Jahre später bei mir selbst bestimmte Blutuntersuchungen zu veranlassen, die bei mir auch ein Risiko anzeigten. Deshalb ist es mir wichtig aufzuklären, den Menschen zu sagen: VORBEUGEN, etwas an seiner Ernährung, seinem Lebensstil ändern bzw. verbessern, bevor es zu spät ist....Mehr dazu in meinen nächsten Artikeln noch in diesem Monat!

 

Bleibt dabei! Es ist eure Gesundheit und ihr habt nur dieses Leben!

Quellen:

Naturheilpraxis Heute (von Elvira Bierbach)

Focus Gesundheit: Das Herz

Skript der Amara-Praxisschule (von Detlef Keßler)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0